Ex-Kultusminister nennt Rechtschreibreform einen Fehler

Seit zehn Jahren lernen Schüler, dass es Schifffahrt heißt und nicht Schiffahrt. Spaghetti können auch ohne h geschrieben werden und der Buchstabe ß ist seltener geworden in Büchern und Zeitungen.

Am 1. August 2005 trat auf Beschluss der Kultusministerkonferenz in zunächst 14 Bundesländern eine neue Rechtschreibung in Kraft. Mit ihr sollte die Schriftsprache logischer werden; für Schüler sollte sich das Schreibenlernen angeblich vereinfachen. Doch nun geht der ehemalige bayerische Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) mit den Orthografie-Regeln hart ins Gericht. Die Neuregelung sei überflüssig gewesen, sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“. Den Streit um die Reform nennt er „gespenstisch“.

Er sagte: „Ich muss mir vorwerfen, dass ich als Kultusminister nicht frühzeitig die Tragweite erkannt und die Reform in geordnete Bahnen gelenkt habe.“Im Nachhinein hält der CSU-Politiker es für einen Fehler, dass die Politik sich der Rechtschreibung angenommen hat: „Das sollte nie wieder vorkommen, die Lektion haben alle gelernt.“ Behutsame Änderungen der Schriftsprache seien nötig. „Sprache ist nicht statisch“, sagt Zehetmair, „sondern ein lebendiger Prozess. Aber ob man Friseur mit ö schreibt oder mit eu – wen sollte das aufregen?“

Leider hat Herr Zehetmair eine etwas lange Leitung um zu verstehen, nein, um schon im Ansatz ein solches zu verhindern. Es kann nicht sein das in Deutschland Gesetze neuerdings um der Gesetze Willen verbschiedet werden. Wobei auch hier der Fisch vom Kopfe her stinkt. Ein Bayrischer Kultusminister verändert gar nichts auf Bundesebene und das ist auch gut so. Aber was ist da geschehen in 2005? Haben sich die Schulbuchverlage davon einen neuen Verkaufsboom versprochen, weil Schulbücher viel zu lange Jahre im Umlauf sind um damit Reibach zu machen? Diese Reform hat niemand sonst etwas genützt und wie man z.B. an dem Wort „aufwendig“ erkennen kann, wird dadurch auch die Ableitung vom Wort „Aufwand“ verschleiert und so geschah es auch mit anderen Worten die ich übrigens in diesem Blog weiterhin in alter Rechtschreibung schreiben werde. Weniger aus Nostalgie als aus ganz bewusstem Protest gegen eine Reform die stumpfsinniger nicht sein kann. Lediglich das direkte zusammenhängen von Wörtern wie die oben genannte Schifffahrt macht einen Sinn, obwohl man auch auf die Regel verzichten könnte. Für mich schreibt es sich allerdings logischer auf die Art, also gekauft. Da mach ich mit, aber eine einfache Liberalisierung solcher Regeln hätte dasselbe gebracht.

Bayern setzte gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen mit einem Jahr Verspätung  in den Schulen die Reform in Kraft  seither gilt sie deutschlandweit.

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